AnnexGroup

Umstieg

Exchange läuft aus.
Was jetzt zu entscheiden ist.

Eine nüchterne Einordnung für alle, die einen Groupware-Server selbst betreiben oder für Kunden betreuen — mit Terminen, Folgen und einer ehrlichen Aussage dazu, was AnnexGroup ersetzt und was nicht.

Die Termine

Was Wann Was folgt daraus
Exchange Server 2016 und 2019 14.10.2025 Support beendet, kein klassisches Programm für verlängerte Sicherheitsupdates. Nachfolger Exchange SE ist ein Abonnement; Server- und Zugriffslizenzen wurden um 10–20 % teurer.
Kopano Groupware und Core 31.03.2025 Keine Weiterentwicklung, Subskriptionen nicht verlängerbar. Der Nachfolger „Kopano Cloud“ ist ein reines Hosting-Angebot. Die im DACH-Raum grosse Installationsbasis aus der Zarafa-Zeit ist ohne Nachfolger.
Zimbra 9 OSE 30.06.2025 Nur noch Gemeinschafts-Builds.
EWS in Exchange Online ab 01.10.2026, endgültig 01.04.2027 Microsoft schaltet die Exchange-Web-Services ab. Der Nachfolger Microsoft Graph existiert ausschliesslich in der Cloud — für den Eigenbetrieb gibt es keinen Ersatz. Anbindungen, die heute über EWS laufen, müssen umgebaut werden.

Der letzte Punkt wird oft übersehen. Er trifft nicht nur die, die noch on-premise sind, sondern jede Anwendung, die per EWS auf Postfächer zugreift — Archivierung, Signaturverwaltung, Fax-Gateways, CRM-Anbindungen, Backup-Lösungen. Wer das erst im Herbst 2026 prüft, hat wenig Zeit.

Die drei Wege

In die Cloud

Microsoft 365 oder Google Workspace. Am wenigsten Arbeit, dauerhaft die höchsten Kosten — 14 $ je Benutzer und Monat, mit dokumentierter Neigung zu Erhöhungen. Dazu die Frage, wo die Daten liegen und wer im Zweifel Zugriff hat.

Exchange SE

Technisch fast unverändert gegenüber 2019, aber als Abonnement. Vertraute Verwaltung, vertraute Werkzeuge — und laufende Kosten, wo vorher eine Kauflizenz stand.

Eigenbetrieb wechseln

Ein anderer Server im eigenen Haus. Erfordert einmal Umstellungsaufwand, danach Kontrolle über Kosten, Daten und Zeitplan. Hier steht AnnexGroup.

Wir behaupten nicht, dass der dritte Weg für jeden der richtige ist. Wenn Sie ohnehin in die Cloud wollen, sind Sie dort besser aufgehoben. Interessant wird AnnexGroup, wenn Sie im Eigenbetrieb bleiben wollen oder müssen — aus Kostengründen, wegen der Datenlage oder weil Ihre Kunden es so wollen.

Was AnnexGroup abdeckt — und was nicht

Diese Tabelle ist der Grund, warum diese Seite existiert. Sie soll Ihnen die Bewertung abnehmen, ob sich ein Test überhaupt lohnt.

Aus Exchange gewohnt In AnnexGroup
Mail über SMTP und IMAP Ja, eingebaut, mit STARTTLS und DKIM-Signierung
Kalender mit Einladungen Ja, iMIP für Versand und Empfang
Kontakte Ja, mit vCard-Im- und -Export
Aufgaben und Notizen Ja
Öffentliche Ordner Als gemeinsame Räume — vergleichbar im Zweck, anders im Aufbau
Freigaben und Stellvertretung Ja, lesend und schreibend zwischen Benutzern
Weboberfläche wie Outlook Web Ja, auch als Web-App installierbar
Anbindung von iPhone und Mac Ja, über CalDAV und CardDAV
Abwesenheitsnotiz, Regeln Ja, Regeln als Sieve-Filter
Spam- und Virenprüfung Über Rspamd und ClamAV anbindbar
MAPI / Outlook-Vollintegration Nein. Outlook bindet sich über IMAP und CalDAV an.
ActiveSync Nein. Mobile Geräte über IMAP und CalDAV/CardDAV.
EWS Nein. Stattdessen eine eigene REST-Schnittstelle mit OAuth2.
Mandantenfähigkeit Im Datenmodell vorbereitet, in der Oberfläche noch nicht — für Version 2.0 geplant
Automatischer Import bestehender Postfächer Noch nicht als Assistent. Der Weg über IMAP-Kopie funktioniert; wir beschreiben ihn in der Dokumentation.

Kurz gesagt: Wer Outlook mit voller Exchange-Integration braucht, ist bei AnnexGroup falsch. Wer Mail, Kalender, Kontakte und gemeinsame Ablagen über Standardprotokolle nutzt — und das sind die meisten kleineren Umgebungen — findet hier alles wieder.

Wie ein Umstieg abläuft

  1. Parallel aufsetzen. AnnexGroup auf einem separaten Gerät installieren, mit einer Testdomain. Der bestehende Server läuft unverändert weiter.
  2. Struktur anlegen. Domains und Benutzer über den Einrichtungsassistenten oder die Kommandozeile.
  3. Daten kopieren. Postfächer über IMAP übertragen, Kalender und Kontakte über ICS- und vCard-Export. Beides ohne Ausfall im laufenden Betrieb.
  4. Mit einer Handvoll Leute testen. Zwei Wochen echter Betrieb sagen mehr als jede Funktionsliste.
  5. Umschalten. MX-Eintrag ändern. Der alte Server bleibt als Rückweg stehen, bis Sie sicher sind.

Die Testphase von 14 Tagen ist so bemessen, dass Schritt 1 bis 4 hineinpassen. Reicht es nicht, schreiben Sie uns — wir verlängern.

Für IT-Dienstleister

Wenn Sie mehrere Kundenumgebungen betreuen: Jede Installation braucht eine eigene Lizenz, gestaffelt nach Benutzerzahl. Eine Mandantenverwaltung über mehrere Kunden hinweg gibt es noch nicht — sie ist für Version 2.0 vorgesehen. Bis dahin ist das Modell eine Installation je Kunde.

Schreiben Sie uns, wie viele Umgebungen es wären. Wir sprechen dann über Konditionen, statt Sie auf eine Preisliste zu verweisen.